Im Rahmen des STUDIO_Projekts eröffnete ich am 25. September 2012 als sechste Geschäftsführerin in der Auenstraße 44 meinen Laden “das formschoen”. Nach kurzer, intensiver Vorbereitungsphase war es endlich soweit. Mein eigener Laden – kaum zu glauben.

Vier Jahre nach Abschluss meines wirtschaftswissenschaftlichen Diplom-Studiengangs hatte ich das Gefühl genügend praktische Erfahrung in unterschiedlichen Angestelltenverhältnissen gesammelt und vo allem genügend Eigenkapital gespart zu haben um den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen. Der besondere Reiz einer selbständigen Tätigkeit lag für mich schon immer darin, meine Kenntnisse aus den Bereichen Marketing / PR, Vertrieb und Kundenbetreuung eigenverantwortlich und nach eigenen Ansprüchen, Vorstellungen und Möglichkeiten umzusetzen. Die Leidenschaft für schöne Dinge, welche Funktionalität und Design vereinen, und die Freude am Umgang mit Menschen waren schließlich ausschlaggebend für die Idee zur Eröffnung eines Ladens mit besonderem Konzept: “das formschoen” versteht sich als Concept Store und bietet eine Reihe unterschiedlicher Produkte an einem Ort an. Sorgfältig ausgewählte Artikel aus den Bereichen Wohnen, Mode und Kunsthandwerk (Schmuck) bilden das Warensortiment und haben eines gemeinsam – sie funktionieren nicht nur sondern zeichnen sich darüber hinaus durch bewusste Gestaltung aus. Klare Linien, Funktionalität und ausgefallene Formen prägen das Produktangebot. Dafür greife ich sowohl auf namhafte Hersteller als auch auf talentierte Newcomer zurück, welche qualitativ hochwertige und hervorragend gestaltete Produkte zum schöner Wohnen und Leben hervorbringen. Somit bietet “das formschoen” laufend neues spannendes Design für Erwachsene und Kinder, denn es geht darum zu inspirieren und in den Alltag zu integrieren.

Bis es allerdings zur tatsächlichen Auswahl der Produkte der geeigneten Produkte kam, lag im Juli noch langer Weg zur Eröffnung des Ladens Ende September vor mir. Zuerst musste ein geeigneter Rahmen für den Verkauf geschaffen werden. In kürzester Zeit konnte ich zu dem bereits vorhandenen Tutorenteam noch einige Sponsoren für meinen STUIDIO_Laden gewinnen. Die Firmen Dreßl Maler- und Lackierarbeiten, Baumeister Raumausstattung und Lichtpunkt by Pollex stellten mir ihre Dienstleistungen als Sponsorenleistung zur Verfügung, so dass ich nur für den tatsächlichen Materielbedarf aufkommen musste. Im Handumdrehen konnte durch die passende Wandfarbe, geeigneten Bodenbelag und professionelle Beleuchtung in den Räumlichkeiten der Auenstraße 44 ein stimmiges Ambiente geschaffen werden. Parallel zur Koordination der handwerklichen Tätigkeiten wurden diverse Behörderngänge fällig. Mit der Gewerbeanmeldung in der Stadt Pfaffenhofen, der Anmeldung meiner gewerblichen Tätigkeit beim Finanzamt und der Beantragung der Umsatzsteueridentifikationsnummer war wieder ein Schritt Richtung Eröffnung getan. Der eigentliche Startschuss für meine Geschäftstätigkeit file mit der Eröffnung eines Geschäftskontos und der Einlage meiner Ersparnisse. Außerdem habe ich mir sofort zu Beginn meiner Selbständigkeit einen Steuerberater gesucht, der mich beispielsweise hinsichtlich der Auswahl einer geeigneten Unternehmensform oder der korrekten Kassenbuchführung beriet, aber auch ganz konkreten Aufgaben wie monatliche Steuererklärungen und Lohnverrechnungen übernahm. Nun waren alle Voraussetzungen für die Kontaktaufnahme zu diversen Lieferanten und den Wareneinkauf gegeben. Mit den Besuchen der Messe Trendset und des MTC World of Fashion im Juli 2012 in München, sowie der Messe Tendence im August in Frankfurt am Main waren die ersten Geschäftsreisen vollbracht, eine Auswahl an Lieferanten getroffen und die Ware bestellt. Mit dem Entwurf und der Produktion der benötigten Kommunikationsmittel wie Visitenkarten, Flyer, Plakate und Schaufensterbeklebung fand die Vorbereitungsphase ein Ende. Im Rahmen der offiziellen Eröffnungsfeier am 24. September 2012 präsentierte ich meinen Gästen “das formschoen” und konnte nochmal mein Ladenkonzept vorstellen. Am 25. September 2012 startete der reguläre Betrieb. Seither ist mein Laden von Dienstag bis Freitag in der Zeit von 10 bis 13 Uhr und 14:30 bis 18 Uhr geöffnet, Samstags von 9 bis 13 Uhr; zudem an allen verkaufsoffenen Sonntagen und Adventssamstagen mit verlängerten Öffnungszeiten.

In den ersten Monaten ist es mir bereits gelungen einen ansehnlichen Stammkundenkreis zu gewinnen. Meine qualitätsorientierten und modebewussten Kunden schätzen die besondere und liebevolle Produktauswahl, die persönliche Beratung in einer herzlichen Atmosphäre und den zuverlässigen Service. Ich bin davon überzeugt, dass das Konzept meines Ladens durch seine Einzigartigkeit in Pfaffenhofen und der Umgebung besticht, den Einzelhandel in der Innenstadt belebt und dazu beiträgt einer Abwanderung der Kaufkraft in umliegende Städte entgegenzuwirken.

Aktuell ist es zwar möglich die laufenden Kosten aus den Erträgen des Ladens zu decken, allerdings bin ich noch weit davon entfernt meinen eigenen Lebensunterhalt davon bestreiten zu können. In naher Zukunft wird es nicht möglich sein mein Angestelltenverhältnis zugunsten des Ladens aufzugeben. Weiterhin bin ich darauf angewiesen mit meiner Mutter als Angestellte meinen Kunden gängige Ladenöffnungszeiten zu bieten und Bürotätigkeiten, Warenbestellungen und -annahme, Dekoration und Werbemaßnahmen auf den Feierabend und die Wochenenden zu legen. Langfristig muss ich über einen Umzug in eine bessere Lauflage nachdenken um die Wahrnehmung und Sichtbarkeit des Ladens zu erhöhen und weiter zu etablieren.

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