Anna Hadzelek

Das studio_gwand war ein Geschäft für Modedesign, welches ich im Rahmen des städtischen Projektes studio von August bis einschließlich Oktober 2010 führte. In der Frauenstraße 16 galt es, meinen lange gehegten Berufswunsch drei Monate lang zu leben und zu erproben. Mein an mich formulierter Auftrag hieß: gute Entwürfe machen, diese Einzelteile in besonderen, oft recycelten Stoffen umzusetzen und zu erproben, ob ich mit meinem Stil überhaupt Kunden ansprechen kann.

Es ging mir ebenso um die Thematisierung von Mode: die Gelegenheit und die Plattform zu nutzen, mein Wissen zu erweitern, die Ansprüche der Käufer, direkt kennenzulernen und desweiteren ein Alternativmodell zu industriell gefertigter Kleidung zu bieten. Das Projekt an sich beschreibt sich selbst mitunter als Weg in die Selbstständigkeit. Im Gegensatz zu diesem Modell war für mich von Anfang das Ziel, das Vierteljahr als Exkurs zu nutzen, um danach etwas erprobter weiterzustudieren. Was muss ich noch lernen? Welcher ist der richtige Ort für meine Arbeit? Mit welchen Menschen kann ich erfolgreich zusammenarbeiten? Fragen, die es für mich zu beantworten gilt. Denn an das Ziel, ein kleines, beständiges Modelabel zu etablieren, welches sich nicht dem Trend zu minimalen Preisen in der Modebranche fügen muss und sich durch fair produzierte, qualitative Produkte auszeichnet, muss ich langsam in kleinen Schritten heranschreiten. Um zuerst eine Erfahrungsgrundlage aufzubauen, die mir später hilft, den Traum zu strukturieren. Die Vorbereitungszeit von drei Wochen nutzte ich, um die bürokratischen Schritte zu gehen, den Raum einzurichten, Kleidungsstücke zu nähen, und Werbematerial zu erstellen.

So eröffnete ich am 3. August 2011 im Rahmen einer kleinen Feier mit Familie, Freunden und Unterstützern des Projektes mein Geschäft. Von nun an hatte ich von Mittwoch bis Samstag zwischen 11 und 19 Uhr für Kunden geöffnet. Die restliche Zeit nutzte ich, um in Ruhe zu nähen, Besorgungen zu machen, der Bürokratie nachzukommen. Erfreulicherweise wurde ich schon am ersten Tag gut besucht, und nicht nur von Bekannten oder Freundesfreunden. Zum Glück konnte ich direkt einige Teile verkaufen, gleichzeitig warf mich das sofort in zeitlichen Druck, da ich bei meiner Produktionsart nur sehr wenig Ausbeute erzielen konnte. Es galt ab dann also, die Kleiderstange so gut es ging, stets gefüllt zu halten. Bald schon kamen die ersten Kunden und Kundinnen mit speziellen Anfragen für besondere Anlässe. Die Vorgehensweise war dann die, den Kunden meine Arbeitsproben vorzustellen, ihnen zur Auswahl zu geben, sich eines meiner Modelle auf Maß oder einen Extraentwurf anfertigen zu lassen. Vor allem diese Aufträge forderten mich sehr, und waren gleichzeitig sehr lehrreich.

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